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Einbruchschutz – rechtliche und versicherungsrelevante Regelungen

Ein vernünftiger Einbruchschutz ist wichtiger als je zuvor: Durchschnittlich alle zwei Minuten wird in Deutschland eingebrochen – in Eigenheime, Etagenwohnungen oder Gewerbegebäude. Den Menschen ist daher das Gefühl von Sicherheit abhanden gekommen. Das muss aber nicht sein, denn es gibt heutzutage viele Möglichkeiten, das Heim vor einem Einbruch zu schützen. Allerdings bleiben viele der möglichen Maßnahmen ungenutzt.

Einbruchschutz bewährt sich

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Einbrecher mit Brechstange

Einbruchschutz ist effektiv: Über 40 Prozent aller Einbruchsversuche scheitern an einer angemessenen Sicherungstechnik. Diese erhöht das Sicherheitsgefühl und die objektive Sicherheit, somit die Wohn- und Lebensqualität. Hochwertige Türschlösser und auch Alarmanlagen sollten daher heutzutage zur Grundausstattung einer Wohnung und erst recht eines Eigenheims und Gewerbegebäudes gehören. Darüber hinaus sollten sich Bewohner ausreichend versichern, damit im Ernstfall die materiellen Werte ersetzt werden.

Wie können Mieter die eigene Wohnung schützen?

Mieter können sich mit eigenen Alarmanlagen und mechanischen Sicherheitsvorkehrungen schützen, einen Zuschuss vom Vermieter können sie allerdings kaum erwarten. Dieser muss beim Mehrfamilienhaus nur für die verschließbare Wohnungs- und Eingangstür sorgen. Mieter anerkennen bei Abschluss eines Mietvertrages den sicherungstechnischen Zustand der Wohnung. Nachträglich muss der Vermieter keine Kosten für die Aufrüstung übernehmen. Das wäre höchstens denkbar, wenn der Mieter bei der Sicherung der Wohnung einen echten, bei Abschluss des Mietvertrages nicht erkennbaren Mangel nachweisen kann – ein Szenario, das selten eintritt. Wer also als Mieter nachträglich die Sicherheit erhöht, muss den Aufwand allein bezahlen.

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Zudem benötigt der Mieter die Zustimmung seines Vermieters, wenn er mit einer nachträglichen Sicherung die Gebäudesubstanz verändert. Bei Mietende ist der ursprüngliche Zustand wieder herzustellen. Vermieter verlangen allerdings selten, eine teure Sicherheitstechnik beim Auszug zu entfernen – sie übernehmen nur keine Kosten hierfür. Möglicherweise beteiligt sich daran aber der Nachmieter. Mit dem Vermieter sollte nur schon vor dem Einbau eine schriftliche Vereinbarung darüber getroffen werden, welche Änderungen statthaft sind und auch nach dem Auszug bestehen bleiben können. Eine Ausnahme bei der Kostenübernahme kann sich ergeben, wenn die Wohnung als besonders einbruchsgefährdet gelten muss, weil hier schon mehrfach eingebrochen wurde. In diesem Fall wäre es denkbar, dass doch der Vermieter für zusätzliche, über das normale Maß hinausgehende Sicherheitsmaßnahmen sorgt.

Die Preise von Alarmanlagen unterscheiden sich doch sehr. Einen Überblick über die anfallenden Kosten erfahrt Ihr in unserem Artikel.

Mieterhöhung durch zusätzlichen Schutz

Die Sicherung der eigenen Wohnung durch eine gesonderte Alarmanlage und mechanische Maßnahmen (Schlösser, verstärkter Türrahmen etc.) muss nicht nur der Mieter allein bezahlen, sie kann sogar zu einer Mieterhöhung führen. Das Wohnobjekt hat sich als Mietsache damit verbessert, dafür darf der Vermieter eine um bis zu elf Prozent erhöhte Miete verlangen. Das wirkt paradox, weil der Vermieter schließlich nichts bezahlt hat und auch in Zukunft von einem besseren Mietobjekt profitiert, doch es ist rechtens.

Ausreichende Versicherung

Da trotz aller Sicherungen in eine Wohnung eingebrochen werden kann, ist der Abschluss einer ausreichenden Hausratversicherung unabdingbar. Hierbei ist eine prekäre Unterversicherung zu vermeiden. Viele Haushalte enthalten erhebliche Sachwerte, ein Nachrechnen im Abstand von drei bis vier Jahren lohnt sich auf jeden Fall. Natürlich gibt es auch Richtwerte für die Versicherung pro Quadratmeter, die für sehr viele Haushalte genügen. Doch bei Antiquitäten oder teurer Elektronik wird dieser Wert leicht überschritten.

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Wichtig für den Versicherungsschutz ist auch das Verhalten im Schadensfall. Versicherungsnehmer müssen einen Einbruch unverzüglich der Polizei sowie ihrer Versicherungsgesellschaft melden, sie dürfen ihn auch nicht grob fahrlässig begünstigt haben – etwa durch nicht verschlossene Fenster oder Türen. Nach einem Einbruch darf der Tatort nicht verändert werden, bis ihn die Polizei untersucht hat. Nach der Benachrichtigung des Versicherers sollten die Geschädigten umgehend eine Wertsachenliste erstellen. Die Versicherung will diese sehen. Durch den Einbruch beschädigte Gegenstände müssen bis zur vollständigen Aufklärung aufbewahrt werden. Die Versicherung zahlt bei korrektem Verhalten, sie hält sich an überführten Tätern schadlos. Auch Geschädigte können gegen Täter mit einer Zivilklage vorgehen, wofür eine Rechtsschutzversicherung hilfreich wäre.