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Alarmanlagen Attrappen, machen Dummys Sinn?

Jetzt, wo auch bekannte Discounter wie Lidl und Co, regelmäßig Alarmanlagen-Attrappen im Sortiment haben fragen sich viele von uns: machen solche Dummys wirklich Sinn oder sollte man vielleicht besser drauf verzichten.

Die öffentlichen Statistiken der Kriminalpolizei geben Grund zur Besorgnis. In den letzten Jahren stieg die Zahl der Einbrüche in deutsche Haushalte rasant an. Deshalb fühlen sich viele Menschen in Deutschland innerhalb der eigenen vier Wände nicht mehr absolut sicher. Vor allem in Abwesenheit sorgen sich immer mehr Deutsche um die Sicherheit ihres Hab und Guts.

Auf dem Markt haben sich deshalb einige funktionale Alarmanlagen und Sicherheitssysteme etabliert. Unter anderem gibt es viele innovative Alarmanlagen-Attrappen, die immer mehr mit attraktiven Vorteilen überzeugen. Nachfolgend erfahren Sie, wie diese Systeme arbeiten und ob sich die Installation eines Dummys für Sie lohnen kann.

Allgemeine Vor- und Nachteile einer Alarmanlagen-Attrappe

Alarmanlagen-Attrappen können Ihnen einige attraktive Vorteile gegenüber echten Systemen bieten, haben jedoch auch deutliche Nachteile, die nicht von der Hand zu weisen sind. Um die Vorteile der Attrappen zu verstehen, ist es notwendig, die Vorgehensweise der Einbrecher und Diebe zu betrachten. Ein Einbrecher ist stets in der Versuchung, sich durch ein kriminelles Verbrechen einen wirtschaftlichen Vorteil zu verschaffen. Dabei möchte er jedoch ein so geringes Risiko wie möglich in Kauf nehmen, um nicht erwischt zu werden. Ein ausgeraubtes Haus wurde in den meisten Fällen über einige Tage beobachtet und gründlich auf mögliche Hindernisse überprüft. Ein spontaner Einbruch kommt in Deutschland nur in absoluten Ausnahmesituationen vor.

Mit einer Alarmanlagen-Attrappe können Sie einem potentiellen Einbrecher also das Gefühl vermitteln, dass bei Ihrem Haus ein erhöhtes Risiko für einen Einbruch besteht. Allein die Möglichkeit, dass es sich um eine echte Alarmanlage oder Kamera handelt, die installiert wurde, schreckt die meisten Einbrecher bereits ab und sorgt dafür, dass sich diese ein einfacheres Ziel aussuchen werden.

Der entscheidende Nachteil dieser Systeme liegt jedoch vor allem darin, dass es sich lediglich um Attrappen handelt. Nimmt ein Einbrecher das Risiko in Kauf, so bieten Attrappen keinerlei weitere Absicherung. Es werden weder die Polizei benachrichtigt noch Beweise gegen die Einbrecher gesichert. Dennoch muss hierbei klar gesagt werden, dass ein Großteil der Einbrüche bereits durch die Attrappe verhindert wird, da Amateureinbrechern das Risiko eines Einbruchs zu groß erscheint.

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Bei diesen besteht das einzige Risiko darin, dass diese die Attrappe durchschauen könnten und dadurch darauf schließen, dass Sie sowohl keine weitere echte Alarmanlage installiert haben als auch hochwertige Dinge besitzen, die es zu beschützen gilt. Dadurch wird ein Einbruch umso wahrscheinlicher. Die meisten Amateureinbrecher werden jedoch kaum Zeit damit verschwenden wollen, jede Alarmanlage auf Echtheit zu überprüfen und sich direkt ein anderes Ziel suchen.

Alarmanlagen Dummys sind i.d.R. erheblich günstiger als echte, funktionierende Sicherheitssysteme. Was Ihr für solch eine Anlage anlegen müsst erfahrt Ihr in unserem ausführlichen Artikel.

Die Kamera-Attrappe – welche Vor- und Nachteile besitzt sie?

Eine Kamera-Attrappe stellt hierbei eine ausgezeichnete Möglichkeit dar, um sich vor ungebetenen Gästen zu schützen. Diese besitzen mittlerweile eine so hohe Qualität, dass sie von kaum einem Einbrecher als Attrappe erkannt werden können. Den meisten Einbrechern wird bereits das Risiko zu groß sein, sich der Kamera zu nähern und diese genauer zu betrachten. Das liegt daran, dass diese ungern eine Kameraaufnahme von sich in einer Straße haben wollen, in der zeitnah ein Einbruch geschehen soll. Auch ein direkter Einbruch ist mit diesen Attrappen deutlich unwahrscheinlicher, da zu viele Informationen über den Einbrecher gesammelt werden. Größe, Statur, Geschlecht, Schuhgröße und viele weitere Informationen können den Einbrecher später verraten und die Polizisten auf die richtige Fährte bringen. Dabei kosten diese Modelle in der Regel nicht einmal 10 €.

Der Nachteil einer Kamera-Attrappe besteht lediglich in den gesetzlichen Regularien. So sind Sie an sämtliche Vorschriften gebunden, die auch bei der Installation einer echten Kamera gelten würden. Unter anderem ist es nicht gestattet, die Kamera-Attrappe am Hauseingang oder Garagentor zu befestigen, da so die Persönlichkeitsrechte der vorbeilaufenden Passanten beeinträchtigt werden. Auch muss ein Warnhinweis aufgehängt werden, dass das Grundstück videoüberwacht ist. Diesbezüglich hat es schon zahlreiche Gerichtsurteile gegeben, die grundsätzlich gegen den Hausbesitzer entschieden wurden.

Alarmanlagen ohne Alarm – sind sie eine bessere Alternative?

Eine für Datenschutzrechtler unproblematische Alternative sind Alarmanlagen ohne Alarm. Diese meist weißen Kästen mit roter Sirene werden an einer Hauswand befestigt und signalisieren dem potentiellen Einbrecher, dass ein lauter Alarm geschlagen wird, sobald dieser versucht, ein Fenster aufzuhebeln oder einzuschlagen. In der Regel kosten diese Dummys rund 40 € und bieten einen nennenswerten Schutz vor ungebetenen Gästen. Diese Attrappen sehen äußerst echt aus und sind außerdem absolut wetterfest und für jeden Außenbereich geeignet. Selbst erfahrene professionelle Einbrecher können nicht ausschließen, ob eine dieser Attrappen doch echt ist.

Der Nachteil besteht natürlich darin, dass diese Attrappen nicht funktionieren und keinen Alarm schlagen. Möchte ein Einbrecher also nur ganz schnell einen Gegenstand am Fenster stehlen und bricht dieses ein, so wird er bemerken, dass kein Alarm ausgelöst wird. Anschließend steht Ihr gesamtes Haus dem Einbrecher offen und dieser kann es in aller Ruhe ausräumen.

Der elektrische Wachhund – Beschützer ohne vier Pfoten

Eine besonders innovative und kreative Form der Alarmanlagen-Attrappen sind die elektrischen Wachhunde. Diese kleinen akustischen Geräte schlagen zwar mit satten 70 € zu Buche, stellen jedoch einen sehr effektiven Schutz gegen Einbrecher dar. Sie können unterschiedliche Hunderassen imitieren und geben so beispielsweise Geräusche eines aggressiven und bissigen Deutschen Schäferhundes von sich. Dadurch haben potentielle Einbrecher nicht nur Bedenken aufzufliegen, sondern ebenfalls den Einbruch körperlich unversehrt zu überstehen. Das sorgt für eine effektive Abschreckung.

Der Nachteil dieser weißen Kästen mit integriertem Lautsprecher und Sensor besteht jedoch darin, dass sie für professionelle Einbrecher sehr leicht durchschaubar sind. Der Sensor spielt die Geräusche immer dann ab, wenn sich jemand in einem bestimmten Radius um den Sensor befindet. Durch einfaches Hin- und Herbewegen an der Grenze der Sensorreichweite kann somit ein echter Hund ausgeschlossen werden. Die meisten Einbrecher werden jedoch fluchtartig den Rückzug antreten.

Die Flimmerkiste ohne Bild – ist jemand zuhause?

Eine ähnliche Funktion haben TV-Simulatoren, die es bereits für rund 20 € zu kaufen gibt. Diese erzeugen ein bläulich-weißes Flackerlicht und täuschen damit ein laufendes Fernsehgerät vor. Kombiniert mit einer elektrischen Zeitschaltuhr kann so ein normales Fernsehverhalten vorgetäuscht werden, sodass die Einbrecher glauben, dass jemand zuhause ist.

Der Nachteil dieser Geräte besteht jedoch darin, dass diese lediglich visuell eine Anwesenheit vortäuschen. Hält der Einbrecher sein Ohr an die Tür, so wird er keine Fernsehgeräusche bemerken und sicher wissen, dass es sich um eine Attrappe handelt. Diese Modelle stellen also eine besonders kostengünstige, aber auch risikobehaftete Abwehrmethode dar.

Lohnt sich der Kauf von Alarmanlagen-Attrappen?

Trotz einiger Nachteile kann sich der Kauf einer Alarmanlagen-Attrappe durchaus für Sie lohnen. Bei den meisten Einbrechern in Deutschland handelt es sich um Amateureinbrecher, die bereits beim kleinsten Verdacht auf einen hinderlichen Einbruch zum nächsten Ziel weitergehen werden. Selbst TV-Simulatoren stellen einen einigermaßen sicheren Schutz gegen diese Einbrecher dar. Grundsätzlich kann hierbei gesagt werden, dass jede Attrappe einen ebenso großen Vorbeugungseffekt besitzt wie die echte und funktionsfähige Alternative. Der einzige Nachteil besteht hierbei darin, dass der Schutz von Attrappen endet, wenn es tatsächlich schon zu spät ist und die Einbrecher bereits in Ihr Haus eingedrungen sind.

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Ein weiterer Grund, der für die Anschaffung einer echten Alarmanlage spricht, besteht darin, dass Kamera-Attrappen den gleichen gesetzlichen Regularien und Unannehmlichkeiten unterliegen wie echte Überwachungskameras. Hier können problemlos auch bei einem unwesentlich höheren Aufwand echte Überwachungskameras eingerichtet werden, um einen noch besseren Schutz vor Einbrechern zu haben, da im Falle eines Einbruchs ausreichend Beweise für Polizei und Versicherung gesammelt werden.

Alarmanlagen-Attrappen stellen also eine überaus kostengünstige Möglichkeit dar, um ihr Heim gegen viele Arten von Einbrechern zu schützen und Ihnen einen beruhigten Urlaub zu ermöglichen.

Wer allerdings auf einen „echten“ Einbruchschutz nicht verzichten möchte bekommt auch bereits sehr günstige Alarmanlagen auf dem Markt. Diese bieten einen nicht nur einen visuellen Schutz sondern schlagen auch tatsächlich Alarm bei einem Einbruchversuch.